Soziale, pädagogische und psychosoziale Tätigkeiten sind zutiefst menschliche Berufe: sie berühren, fordern und bereichern zugleich. Die Nähe zu den Lebensgeschichten, Krisen und Belastungen der Menschen, mit denen wir arbeiten, erreichen uns emotional und körperlich. Über längere Zeit kann diese intensive Zuwendung zu Erschöpfung, Mitgefühlsstress, sekundärer Traumatisierung und Burnout führen - insbesondere dann, wenn hohe Arbeitsdichte, begrenzte Ressourcen und strukturelle Spannungen hinzukommen.
Mit Idealismus und Engagement allein lässt sich dieser Dynamik nicht begegnen. Selbstfürsorge bleibt im Arbeitsalltag oft ein hohes Ideal: Wer kennt nicht das Phänomen des "man sollte"... sich mehr bewegen, Zeit nehmen, gesünder essen etc.? Was befindet sich zwischen dem "sollte" und dem tatsächlichen Tun? Dieses Seminar setzt genau hier an. Es erweitert nicht die Liste guter Absichten, sondern nimmt die Realität ernst - mit ihren inneren und äußeren Bedingungen - und sucht nach gangbaren, wirksamen Wegen im Alltag.
Im Mittelpunkt steht eine persönliche Bestandsaufnahme: Welche Belastungen prägen meinen Arbeitsalltag? Welche Ressourcen stehen mir zur Verfügung? Wo zeigen sich frühe Warnsignale von Überforderung - und wo mögliche Ansatzpunkte für Veränderung? Die Teilnehmenden reflektieren ihre eigene Haltung zwischen Fürsorge für andere und Fürsorge für sich selbst.
Ein zentraler Schwerpunkt des Seminars ist die Entwicklung einer individuellen Selbstfürsorge-Choreographie. Entlang des individuellen Tagesverlaufs werden konkrete Stellschrauben der Selbstfürsorge sichtbar: kleine, aber wirksame Möglichkeiten, um sich zu schützen, Abstand zu gewinnen, Kraftquellen zu aktivieren und wieder aufzutanken. Selbstfürsorge wird dabei nicht als zusätzliche Aufgabe verstanden, sondern als lebendige Haltung und tragfähige Praxis professionellen Handelns.
Methodisch verbindet das Seminar fachliche Impulse mit Selbsterfahrung, Achtsamkeitspraxis, Reflexion in Einzel- und Gruppenformaten sowie der Entwicklung persönlicher Selbstfürsorge-Strategien für den Arbeitsalltag. Dabei werden alle Ebenen in den Blick genommen:
- körperliche Selbstfürsorge (Rhythmus, Atmung, Erholung)
- emotionale Selbstfürsorge (Selbstmitgefühl, Abgrenzung)
- kognitive Selbstfürsorge (achtsame Reflexion, Umgang mit Stressmustern)
- soziale Selbstfürsorge (kollegiale Unterstützung, Austausch, Supervision)
Zielgruppe
Fach- und Leitungskräfte aus sozialen, pädagogischen, psychosozialen, beratenden und gesundheitsnahen Berufsfeldern, die ihre Selbstfürsorge stärken und ihre berufliche Wirksamkeit langfristig erhalten möchten.
Details zum Seminar Selbstfürsorge in sozialen Berufsfeldern
- Seminarnummer
- 6119
- Programmbereich
- Kompetenz
- Anerkennung/Förderung
- Bildungsurlaub
- Themenbereich
- Kompetenz für soziale Berufe, Gesundheit und Körperarbeit
- Seminargebühr Privatzahlende
- € 420,—
- zzgl. Übernachtung / Verpflegung
Aktuelle Preise inkl. Vollpension pro Person u. Tag (Preisänderungen behalten wir uns vor) Beschreibung Preis Doppelzimmer 85,00 EUR Einzelzimmer mit Dusche/WC 105,00 EUR Vollverpflegung ohne Übernachtung (inkl. Hauskosten) 45,00 EUR Nur Mittag- und Abendessen ohne Übernachtung (inkl. Hauskosten) 33,50 EUR - Hinweise
- Wir empfehlen eine Reiseversicherung.
Termine und Buchung
Mittwoch, 27.05.2026, 10:30 Uhr – Freitag, 29.05.2026, 13:00 Uhr
Odenwald-Institut, Tromm 25, 69483 Wald-Michelbach





