Angst und Vertrauen in Zeiten der Ungewissheit
Prof. Dr. Johanna Haberer
Keynote / Samstag / 09:15 Uhr
Vertrauen ist das Fundament jeder tragfähigen Kommunikation – ob im Privaten, in Institutionen oder im öffentlichen Raum. Doch in einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen und diffuser Ängste scheint dieses Vertrauen vielfach erschüttert. Johanna Haberer widmet sich der Frage, was Vertrauen stärkt, wie es verloren geht – und welche inneren wie gesellschaftlichen Voraussetzungen es braucht, damit es wieder wachsen kann. Ihr Blick öffnet einen Resonanzraum zwischen seelischen Dynamiken, öffentlicher Kommunikation und der Suche nach Verlässlichkeit in unsicheren Zeiten.
Diese Fragen vertieft sie unter anderem am Beispiel der Medien – insbesondere mit Blick auf die Funktion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks als demokratische Errungenschaft. Sie zeigt, wie die mediale Landschaft historisch so gestaltet wurde, dass Macht begrenzt und Vielfalt gesichert werden kann. Dabei fragt sie, warum genau in diese Strukturen heute so tiefes Misstrauen eingesickert ist und was es braucht, damit Vertrauen wieder wachsen kann – persönlich wie gesellschaftlich.
Zur Person:
Prof. Dr. Johanna Haberer ist evangelische Theologin, Journalistin und Medienethikerin. Sie studierte Germanistik, Theaterwissenschaft und Theologie und war viele Jahre Professorin für Christliche Publizistik an der Universität Erlangen-Nürnberg. Frühere Stationen führten sie als Rundfunkbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, als Redakteurin sowie als Sprecherin des „Wort zum Sonntag“ in zentrale Positionen kirchlicher Medienarbeit. Heute ist sie publizistisch aktiv – unter anderem mit Rundfunkbeiträgen und dem ZEIT-Podcast „Unter Pfarrerstöchtern“. Sie gehört zur wissenschaftlichen Leitung der Internationalen Gesellschaft für Tiefenpsychologie (IGT), in deren Rahmen sie an der inhaltlichen Gestaltung der Jahrestagungen mitwirkt. In ihrem Wirken schlägt sie Brücken zwischen Theologie, Öffentlichkeit und innerer Erfahrung.